Das Brandenburger Tor zählt zu den Wahrzeichen Berlins
© Stiftung Stadtmuseum Berlin | Foto: Fabian Pfitzinger

Das Brandenburger Tor

Vom Stadttor zum Symbol

Wer heute durch das Brandenburger Tor geht, bewegt sich durch eines der bekanntesten Bauwerke Deutschlands. In den 300 Jahren seiner Geschichte war es Schauplatz und Zeuge dramatischer Veränderung.

Das Brandenburger Tor steht am Pariser Platz in Berlin-Mitte. Schon im 18. Jahrhundert gab es an gleicher Stelle einen Vorgängerbau. Berlin war damals von einer Zoll- und Akzisemauer umgeben, an deren Durchlässen Waren kontrolliert und Abgaben erhoben wurden. Um 1734 entstand hier das erste Brandenburger Tor. Es war ein vergleichsweise einfaches Stadttor. Seinen Namen bekam es dadurch, dass es an der Straße nach Brandenburg an der Havel stand.

Das ursprüngliche Brandenburger Tor, Radierung von Daniel Chodowiecki, 1764
© Stiftung Stadtmuseum Berlin


Das heutige Brandenburger Tor wurde zwischen 1788 und 1791 im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. errichtet. Der Architekt Carl Gotthard Langhans orientierte sich an dem repräsentativen Torbau zum heiligen Bezirk der Athener Akropolis. Mit seinen zwölf mächtigen dorischen Säulen, sechs auf jeder Seite, diente das neue Tor vor allem als repräsentativer Eingang in Residenzstadt Berlin. Es sollte Macht ausstrahlen und zugleich den Wunsch nach Frieden ausdrücken.

Das 1793 neu errichtete Brandenburger Tor in einer Darstellung von Daniel Berger aus dem Jahr 1798,
© Stiftung Stadtmuseum Berlin



Den krönenden Abschluss erhielt das Bauwerk 1793 mit der berühmten Quadriga. Die Berliner Bildhauerwerkstatt von Johann Gottfried Schadow schuf einen von vier Pferden gezogenen Wagen. Gesteuert wurde er von der Friedensgöttin Eirene.

Quadriga, Radierung von Harald Metzkes, 1986
© Stiftung Stadtmuseum Berlin

Eine besonders dramatische Episode erlebte die Quadriga während der Napoleonischen Kriege. Nachdem der französische Kaiser Napoleon Bonaparte 1806 Berlin besetzt hatte, ließ er die Skulptur als Kriegsbeute nach Paris bringen. Erst nach seinem Sturz kehrte sie 1814 zurück. Nun wurde die Figur neu gedeutet: Aus der Friedensgöttin wurde die Siegesgöttin Victoria. Zusätzlich erhielt sie das Eiserne Kreuz mit dem preußischen Adler. Die symbolische Botschaft war jetzt nicht mehr Frieden, sondern Triumph.

Napoleons Einzug in Berlin nach dem Sieg Frankreichs über Preußen, Zeichnung von Ludwig Wolf, 1806
© Stiftung Stadtmuseum Berlin | Reproduktion: Michael Setzpfandt

Im Laufe der Geschichte wurde das Brandenburger Tor immer wieder zum Schauplatz politischer Ereignisse. Es erlebte Kaiserreich, Revolution, Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg. Nach 1945 lag es schwer beschädigt an der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin. Mit dem Bau der Berliner Mauer 1961 wurde das Tor unerreichbar und stand jahrzehntelang im Sperrgebiet.

Schnappschuss aus der Nachkriegszeit: Das vom Krieg schwer beschädigte Brandenburger Tor mit sowjetischer Flagge anstelle der Quadriga
© Stiftung Stadtmuseum Berlin | Foto: Christoph Haupt



Als sich am 22. Dezember 1989 das Tor wieder öffnete, wurde es zum Symbol der deutschen Einheit. Heute besuchen Millionen Menschen den Ort jedes Jahr. Das Brandenburger Tor ist damit weit mehr als ein ehemaliges Stadttor: Es erzählt wie kaum ein anderes Bauwerk die wechselvolle Geschichte Berlins und Deutschlands.

Die Mauer ist gefallen, das Brandenburger Tor ist wieder offen, 1990
© Stiftung Stadtmuseum Berlin | Foto: Gerd Schulte

Facts

Standort: Pariser Platz, am Ende der Straße „Unter den Linden“.
Baujahr: 1788 bis 1791
Architekt: Carl Gotthard Langhans
Höhe: 26 Meter
Breite: 65,5 Meter
Tiefe: 11 Meter

Das Brandenburger Tor in Bildern

Ausstellung

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Ein bronzener Pferdekopf ist der letzte erhaltene Rest der originalen Quadriga vom Brandenburger Tor. Das und noch viel mehr entdeckst du auf einem einem kompakten Rundgang durch Berlins Vergangenheit!