Provenienzforschung
Seit 2008 schauen wir genau hin: Woher kommen die Objekte in unseren Sammlungen? Damit kommen wir unserer Pflicht nach, unsere Sammlungen darauf zu prüfen, ob alle Objekte rechtmäßig erworben worden sind.
In einem ersten Schritt haben wir die Sammlung auf „NS-verfolgungsbedingt entzogene Kunst“ untersucht, also auf Kulturgut, das durch nationalsozialistische Verfolgung ans Museum gelangte. Im Fokus standen dabei zuerst die zwischen 1933 und 1945 erworbenen Sammlungsbestände. Danach haben wir die Recherche auf die von 1945 bis 1995 erworbenen Bestände ausgeweitet. Denn gerade in der Nachkriegszeit gelangte in die Sammlung viel „Treibgut“ der Geschichte, dessen Alteigentümer:innen ermittelt werden müssen, unabhängig von NS-Verfolgung.
Bei der systematischen Recherche gemachte „Funde“ haben wir an die Lost-Art-Datenbank gemeldet, um Kontakt zu Erb:innen herzustellen. Mehrere Objekte wurden inzwischen schon restituiert, also an die Erb:innen zurückgegeben oder von ihnen (zurück-)gekauft. Genauso wichtig wie die genaue Herkunft der Objekte sind die Geschichten hinter den Objekten, die bei den Recherchen zutage treten: Familienschicksale, Firmengeschichten oder abenteuerliche Handelswege. Diese Geschichten zeigen die Sammlungsstücke aus einer neuen Perspektive – über ihre kunsthistorische Bedeutung hinaus.
Gefördert wurde der Aufbau der Provenienzforschung am Berlin Museum durch die Arbeitsstelle für Provenienzforschung (heute Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste, Magdeburg) und durch das Land Berlin.
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