„Chodowiecki 300 – Berliner Künstlerinnen um 1800“
Die Kabinettausstellung im Knoblauchhaus stellt Schülerinnen und Töchter des Künstlers vor – ihre Wege, Werke und Geschichten.
Vom 14. Oktober bis zum 29. November präsentiert das Berlin Museum im Knoblauchhaus die Ausstellung „Chodowiecki 300 – Berliner Künstlerinnen um 1800“. Der Grafiker Daniel Chodowiecki (1726–1801) gehört zu den bekanntesten Künstlern seiner Zeit. Zu seinem 300. Geburtstag richtet die Ausstellung den Blick nicht nur auf seine Meisterwerke, sondern auch auf Frauen aus seinem Umfeld, die lange kaum beachtet wurden.
Gezeigt werden Arbeiten seiner Töchter und Schülerinnen, die sich um 1800 ihren Platz in der Kunst erkämpften – in einer Zeit, in der Frauen nur wenig Möglichkeiten hatten, künstlerisch tätig zu sein. Daniel Chodowiecki gab ihnen als Zeichenlehrer Freiraum für ihre Kreativität. Eine regelmäßig stattfindende akademische Kunstausstellung bot ihnen außerdem die Chance, ihre Werke der Öffentlichkeit vorzustellen.
Anhand von Zeichnungen und Druck-Grafiken erzählt die Ausstellung von Talent, Ausbildung und Durchhaltevermögen. Sie macht sichtbar, wie diese Berliner Künstlerinnen arbeiteten, welche Hindernisse sie überwinden mussten und warum sie heute neu entdeckt werden.
Mit Werken von: Suzette Henry, Louis Claude, Henriette Le Coq, Manon Hainchelin, Antoinette und Henriette Félicité Tassaert, Daniel Chodowiecki und Anton Graff.
Daniel Chodowiecki und das Kunsthandwerk: Objekt des Monats im Ephraim-Palais
Grafiker, Illustrator und Urheber gestalterischer Entwürfe – all das war Daniel Chodowiecki. Das bauplastische Programm des Französischen Doms geht teilweise auf seine Entwürfe zurück. Fächer, Emaille-Dosen und sogar Modegrafiken tragen seine Handschrift. Aufgrund seiner breit gefächerten Tätigkeitsfelder und der schieren Masse seiner überlieferten Grafiken (über 2000) überrascht es nicht, dass seine Motive Kunstschaffenden der bildenden und der angewandten Kunst als Vorlagen dienten. So auch einem Objekt aus der Sammlung des Berlin Museums, welches im Oktober im Ephraim-Palais zu sehen ist.
Das „Objekt des Monats“ im Salon des Museums ist ein Glas aus der Zeit um 1840, das Friedrich II., den König von Preußen, auf einem Pferd und in Uniform zeigt. Das geschliffene Motiv geht auf eine Radierung Daniel Chodowieckis von 1777 zurück. Als das Glas entstand, war Chodowiecki schon fast 40 Jahre tot. Doch seine Arbeiten wirkten noch Jahrzehnte nach.
Chodowiecki 300 – Berliner Künstlerinnen um 1800
Laufzeit: 14.10.–29.11.2026
Ort: Knoblauchhaus | Poststraße 23 | 10178 Berlin
Web: www.berlin.museum/ausstellung/chodowiecki-300
Eine Kooperation mit der Kunstsammlung der Akademie der Künste
Die Kabinettausstellung ist Teil des sammlungs- und länderübergreifenden Verbundprojekts „Chodowiecki 300“ anlässlich des 300. Geburtstags von Daniel Chodowiecki.
Begleitprogramm
Mi | 14.10. & Do | 15.10.
Chodowiecki 300 – Symposium
Anlässlich des 300. Geburtstags des Zeichners, Radierers und Malers Daniel Nikolaus Chodowiecki veranstaltet das Kupferstichkabinett in Kooperation mit der Akademie der Künste ein Symposium. Die Vorträge widmen sich Fragen aus der aktuellen Forschung. Sie geben Einblick in die verschiedenen Projekte zum Jubiläumsjahres in Deutschland und in Polen. Es spricht unter anderem Dr. Jan Mende vom Berlin Museum, der Kurator des Knoblauchhauses.
Infos zu Anmeldung und Teilnahme unter: https://chodowiecki300.eu/programm/symposium-chodowiecki-300/
Mi | 14.10. | 18 Uhr
Auf Papier: Daniel Chodowiecki
Entdeckungen aus den Sammlungen des Berlin Museums
Im Mittelpunkt dieses Abends stehen das Leben und das Werk des erfolgreichsten Grafikers des 18. Jahrhunderts.
Wie nah lässt sich Daniel Chodowiecki heute noch kommen? In der Grafischen Sammlung des Berlin Museum ist sein Werk umfassend dokumentiert. Die Sammlung Dokumente bewahrt einzigartige Zeugnisse seines Lebens und Schaffens, darunter viele persönliche Briefe. Matthias Hahn aus der Sammlung Dokumente sowie Karin Dömsky und Dr. Michael Bischoff aus der Grafischen Sammlung laden dazu ein, originale Handzeichnungen, Druckgrafiken und Handschriften aus nächster zu Nähe entdecken. Die Expert:innen öffnen die Archive und geben Einblicke in Chodowieckis Werk, die sonst nur selten möglich sind.
Veranstaltungsort: Ephraim-Palais | Poststraße 16 | 10178 Berlin
Eintritt: 5 Euro | ermäßigt 3 Euro
Do | 05.11. | 16 – 17.30 Uhr
Daniel Chodowiecki und seine Schülerinnen
Kunstausbildung im Berlin des 18. Jahrhunderts
Vor 240 Jahren hatten Frauen meist keinen Zugang zu einer Kunstausbildung. Der Berliner Grafiker ermöglichte sie ihnen. Die Töchter von Daniel Chodowiecki und ihre Freundinnen lernten bei ihm das Zeichnen und die Pastell-Malerei. Für die damalige, von Männern geprägte Gesellschaft war das außergewöhnlich.
Als Vizedirektor der Kunstakademie unterstützte Chodowiecki die angehenden Künstlerinnen auch über den Unterricht hinaus. Er vermittelte ihnen Kontakte in die Berliner und Dresdner Kunstszene und ermöglichte ihnen, an der Jahresausstellung der Kunstakademie teilzunehmen – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer künstlerischen Karriere.
Veranstaltungsort: Knoblauchhaus | Poststraße 23 | 10178 Berlin
Eintritt: 12 Euro | ermäßigt 3 Euro